Amerikanische Originale
Rezensionen

 

 

 

Robin Lee Hatcher: Patterns of love

Die unscheinbare Pfarrerstochter Inga Linberg und der verbitterte Farmer Dirk Bridger planen zunächst nur eine Vernunftehe, solange bis Dirks verwaiste Nichten erwachsen sind und er seinem Lebenstraum von weiten Reisen und Abenteuern weiter verfolgen kann. Pflichtbewusst aber nicht aus vollem Herzen stellt er bis dahin seine eigenen Wünsche zurück und führt mehr schlecht als recht die Farm seines verstorbenen Bruders weiter. Aber mit der Herzensgüte und dem tiefen Menschenverständnis seiner jungen Braut fällt ihm das beschwerliche Leben langsam leichter. Was er nicht ahnt, ist dass Inga sich in ihn verliebt hat. Da wird Inga wird schwanger, aber sie traut sich nicht ihm davon zu erzählen - aus Angst vor seiner Reaktion. Dann überstürzen sich die Ereignisse, Inga erleidet eine schwere Fehlgeburt, in deren Folge sie an einer Depression erkrankt. Dirk, der fast zu spät seine wahren Gefühle für seine Ehefrau erkannt hat, setzt alles daran, ihr zu helfen ...

Eine ganz bezaubernde Geschichte, in der die beiden Liebenden erst ganz langsam der Kraft und Stärke, die die Liebe verleihen kann, vertrauen lernen.

 

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Dorothy Glenn: The Hellraiser

Doppelband Kristin James: The Gentleman & o.g. Titel, wobei der Kristin-James-Roman bei uns als "Montana - Land unserer Liebe" (zunächst als Historical bei Cora und nun bei Ullstein) erschienen ist. Dorothy Glenn erzält die Geschichte von Sam Ferguson, des älteren Bruders von Stephen aus "The Gentleman", der, weil Stephen angeschossen wurde, dessen Verlobte Elizabeth Caldwell vom Bahnhof in der nächstgelegenen Stadt abholt. Während der Patient sich in die ungekünstelte Jessie verliebt, erledigt Rauhbein Sam seine Pflicht der Verlobten seines Bruders gegenüber nur ausgesprochen widerwillig, weil er nichts mehr verabscheut als "feine Ladys" - Dank seines traumatischen Kindheitserlebnisses von der eigenen Mutter verlassen zu werden. Weil er Elizabeth doch unerwartet attraktiv und eigentlich auch nett findet, gibt er sich alle Mühe, ungehobelt zu erscheinen. Aber auch Elizabeth kann die aufreizende Anziehungskraft dieses Hinterwäldlers nicht leugnen - doch ihr bei weitem größtes Problem auf der Fahrt nach Nora Springs ist ein Furunkel am Po. Undenkbar, dass eine Lady ein so unappetitliches Problem an einer so heiklen Stelle einem männlichen Wesen gegenüber auch nur erwähnt - egal wie schmerzhaft es ist! Aber dann wird durch das Sitzen in der holpernden Kutsche die Situation derart verschlimmert, dass Elizabeth fast zusammenbricht - Gottseidank in der Nähe einer verlassenen, aber doch gut bestückten Hütte (eine glückliche Fügung, die so nur in Liebesromanen vorkommt!). Jetzt haben die beiden ausreichend Zeit, während Elizabeths Furunkel verheilt, sich näher kennenzulernen, zumal es auch irgendwie schwer für Elizabeth ist, Distanz zu dem Mann aufrechtzuerhalten, der einem eine Wunde am Po versorgt hat. Jedenfalls lernt man sich kennen und lieben, löst ein paar Probleme und macht sich endlich mit deutlicher Verspätung und einem etwas schlechten Gewissen wieder auf den Weg nach Nora Springs zum Bräutigam in spe ...

Eine nette unkomplizierte Geschichte, die allerdings nicht so gut wie der erste Teil von Kristin James gelungen ist. Positiv fält auf jeden Fall der Aufhänger für alle folgenden Ereignisse, das Furunkel am Po, als etwas Außergewöhnliches für das Genre auf. Insgesamt aber gut zu verstehen, allerdings sollte man den ersten Teil auch lesen, ansonsten hat man eventuell Verständnisprobleme, weil der zweite auf den ersten Teil aufbaut.

 

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Jill Marie Landis: Glass Beach

Der Tod ihres grausamen Ehemannes ist für Elizabeth Bennett eine Erlösung - endlich kann sie sich in Ruhe um ihre kleine Tochter kümmern. Doch dann muss sie erfahren, dass die Ranch auf Hawaii, auf der sie lebt, vor dem Ruin steht und noch dazu dem illegitimen Sohn ihres Mannes zur Verwaltung anvertraut wird. Was bedeutet, dass jetzt dieser arrogante und gefährlich gut aussehende Spence Laamea mit ihr unter einem Dach lebt. Nicht nur, dass er Elizabeths Seelenfrieden bedroht, darüberhinaus muss sie auch noch um das Leben ihrer Tochter fürchten, denn stirbt die schwächliche Hadley, erbt Spence alles. Spences anfängliche Verbitterung seinem Vater gegenüber ist längst Gleichgültigkeit gewichen - von dem Mann, dem er als Sohn nicht gut genug war, weil seine Mutter Hawaianerin war, will er nichts mehr wissen. Doch die Neugier veranlasst ihn, der Einladung zur Testamentseröffnung zu folgen. Die junge Witwe seies Vaters ist so ganz anders als er sich vorgestellt hatte, und da er sie so faszinierend findet, beschließt er, die Bedinungen des Testamentes zu akzeptieren. Doch je besser er Elizabeth kennen lernt, desto mehr möchte er ihr Vertrauen und ihre Liebe erringen - keine leichte Aufgabe, denn sie ist einmal zu oft von Männern verraten worden, denen sie vertraute ...

Ein Hauch Exotik durchweht diesen faszinierenden Roman, der auf Hawaii spielt - besonders für alle, die gerne etwas Abwechslung in ihre Romance-Lektüre bringen wollen, genau das Richtige.

 

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Lorraine Heath: Texas Glory

Dallas Leigh hat seinen Traum verwirklicht und inmitten von Texas ein Imperium errichtet - es fehlt ihm nur noch eine Frau, die ihm Erben schenken kann. Da er mit seinem ersten Versuch, eine Ehefrau zu finden nicht sonderlich erfolgreich war (seine Braut verliebte sich in seinen Bruder) versucht er sein Problem ganz systematisch zu lösen, indem er das Nützliche mit dem Notwendigen verbindet: er schlägt seinem Nachbarn, mit dem er in Streit um ein Stück Land lebt, vor, dessen Tochter Cordelia zu heiraten (obwohl er sie noch nie gesehen hat) und das Land zu teilen. Sollte ihm seine Frau binnen Jahresfrist einen Sohn schenken, fiele das strittige Stück Land komplett an die Familie McQueen. Obwohl er ahnt, dass seine Nachbarn nicht fair spielen werden, ist Dallas zu dem Versuch entschlossen, mit ihnen in Frieden zu leben. Dee McQuenn lebt im Hause ihres bösartigen Vaters wie eine Gefangene und hat gelernt, ihre Wünsche nicht zu äußern. Deshalb wehrt sie sich auch nicht gegen die vereinbarte Ehe, obwohl sie ihren zukünftigen Mann fürchtet. Der entpuppt sich aber als viel einfühlsamer als erwartet, und Dee bemerkt rasch, dass sich ihr Leben unversehens zum Besseren gewendet hat. Behutsam hilft ihr Mann ihr dabei, ihre Träume zu verwirklichen, und gibt ihr Freiheit. Verständlicherweise verliebt sich Dee in Dallas und möchte auch ihm seinen sehnlichsten Traum, einen Erben, an den er sein Imperium weitergeben kann, zu erfüllen, Das Glück scheint perfekt, als Dee schwanger wird, aber dann verliert sie in einem von ihrem rücksichtlosen Bruder verursachten Unfall ihr Kind und die Möglichkeit, je wieder Kinder zu bekommen ...

Ein Western, der die wichtigsten Qualitäten in sich vereint: eine rührende Liebesgeschichte und spannende Handlung. Zwar gleitet das Buch gegen Ende hin etwas stark ins Schmalzige ab, doch andererseits kann man das einem Liebesroman nicht wirklich zum Vorwurf machen. Auf jeden Fall ein wirkklich empfehlenswertes Buch!

 

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Lorraine Heath: Texas Splendor

Die Fortsetzung von "Texas Glory" erzählt die Geschichte von Dallas' jünstem Bruder Austin, der unschuldig für die Ermordung des bösen Bruders seiner Schwägerin zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Als er entlassen wird, muss er verbittert feststellen, dass nicht nur sein Ruf Schaden genommen hat, sondern auch seine Jugendliebe Becky, um deren Ruf willen er auf sein Alibi verzichtet und so seine Verurteilung in Kauf genommen hat, seinen besten Freund geheiratet hat. Entschlossen beginnt er mit der Suche nach dem wahren Täter, um wenigstens seine Namen rein zu waschen. Auf der Reise begegnet er Loree, die nach der Ermordung ihrer Familie ein Einsiedler-Leben führt. Die beiden suchen Trost und schlafen miteinander, Loree wird schwanger und man heiratet. Während Loree Austins Gefühle für seine Jugendliebe fürchtet, hat der keine Ahnung, wie er seiner Frau zeigen soll, dass sie inzwischen der Mittelpunkt seines Lebens geworden ist. Sogar sein im Gefängnis fast zerstörtes musikalisches Talent gewinnt er dank Lorees Hartnäckigkeit zurück. Aber gerade als sich alles zum Guten zu wenden scheint, holt die Vergangenheit des fünf Jahre zurückliegenden Verbrechens die junge Familie ein und droht alles zu zerstören ...

Diese Fortsetzung ist in Bezug auf die Handlung eigentlich etwas schwächer als der oben besprochene Vorgänger, aber die liebenswert und überzeugend gezeichneten Charaktere gleichen dies vollkommen aus. Insgesamt ein wirklich gelungener Western.

 

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Heather Cullman: For all Eternity

Sophia Barrington, eine ebenso schöne wie verzogene junge Dame, wird in der Londoner High Society als "Unvergleichliche" gefeiert und führt ein sorgloses, angenehmes Leben. Erst als sie erfahren muss, dass ihr Vormund bei einem riskanten Geschäft ihr gesamtes Vermögen verloren hat und sie deshalb den Heiratsantrag des von ihr wegen seiner Gesichtsnarbe verabscheuten Lord Nicholas Lyndhurst annehmen soll, erfährt sie, wie unangenehm die Realität sein kann - schließlich hatte sie ihr Herz dem attraktiven Julian geschenkt. Nachdem sie ihren ersten Schock verwunden hat, sucht sie diesen auf und bittet ihn, mit ihr durchzubrennen. Nur zu schnell muss die Schöne aber erkennen, dass Julian nur an ihrem nicht mehr vorhandenen Vermögen interessiert war, und für sie allenfalls noch als Mätresse Verwendung hätte. Zu allen Unglück verbreitet der abgewiesene, schurkische Freier die Tatsache, dass die Verlobte des stolzen Lords ihn in seinem Junggesellenquartier ohne Begleitung besucht hat und ihn gebeten hat, sie vor der Ehe mit dem abscheulichen, hässlichen, langweiligen Nicholas zu bewahren - der Skandal ist perfekt. Aber damit noch nicht genug, findet Sophie sich von ihrem Vormund mittellos in London zurückgelassen. Das einzige, was ihr geblieben ist, sind ein paar elegante Kleidungsstücke, die Adresse eines entfernteren Verwandten und ein paar Münzen, die gerade für die Fahrtkosten dorthin reichen werden. Aber Sophie muss noch viel tiefer fallen, bis das Schicksal ein Einsehen hat und ihr zu einer Stelle als Hausmädchen verhilft - nur leider ausgerechnet im Haushalt der Eltern des dem öffentlichen Spott preisgegebenen Ex-Verlobten, der prompt auch noch dort auftaucht, um seine Wunden zu lecken. Was alle Möglichkeiten hat, sich zu einem totalen Desaster zu entwickeln, entpuppt sich aber schließlich als Chance, denn Sophie erkennt ihre Fehler und wächst an den Herausforderungen ihres neuen Lebens. Erst jetzt bemerkt sie Nicholas' unzählige Qualitäten - zu spät? Doch auch der verletzte Lord kann seinen Ärger nicht lange aufrechterhalten und sein Verlangen nach Rache weicht bald Bewunderung für die Charakterstärke, mit der Sophie ihr Schicksal meistert. Eine zweite Chance für die beiden?

Eigentlich weniger ein Liebesroman als ein Märchen strahlt die Geschichte von Sophies Reifeprozess und der wachsenden Liebe zwischen ihr und Nicholas doch einen ganz besonderen Zauber aus. Quasi als Sahnehäubchen erzählt die Autorin ihre Story mit soviel Witz und Charme, dass man ihr den komplett fehlenden Realitätsbezug verzeiht. Ein höchst vergnüglicher Lesespaß!

 

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Shannon Donelly: Under The Kissing Bough
Zebra, 222 Seiten, $4,99, November 2001

Da es dem gutaussehenden Geoffrey Westerly, Lord Staines egal zu sein scheint, welche von den Töchtern des Freundes seines Vaters er heiratet, entschließen sich ihre Eltern, ihm Eleanor zur Frau zu geben, ein typisches Mauerblümchen, das zunächst wenig glücklich über die bevorstehende Ehe ist. Doch nach und nach erkennt ihr wenige leidenschaftlicher Verlobter ihren wahren Wert und lernt mit ihrer Hilfe während eines Besuches zu Weihnachten auf dem Land, seine unglückliche Liebe zu einer anderen zu überwinden und mit Eleanor neues Glück zu finden.

Ein wunderschöner, warmherziger Regency, der sich ganz auf die leisen Töne beschränkt und darum so gut in die Zeit vor Weihnachten passt. Sehr empfehlenswert.

 

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Judith Duncan: The Renegade and The Heiress
Silhouette, 250 Seiten, $4,50, November 2001

Nachdem er aus dem Zuchthaus entlassen wurde, in dem er für den Totschlag an dem Vergewaltiger seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau eingesessen hatte, führt Finn Donovan ein zurückgezogenes Leben auf seiner einsamen Bergranch in Kanada. Als er während eines heraufziehenden Schneesturmes eine Frau findet, die sich nach dem Absturz ihres Flugzeuges aus dem Wrack befreien konnte, nimmt er sie mit sich und bringt sie in Sicherheit. Mallory fasst beinahe augenblicklich Vertrauen zu dem schweigsamen Fremden und verrät ihm, dass sie das Opfer einer Entführung war, hinter der ganz offensichtlich Menschen stecken, die das Vertrauen ihres Vaters besitzen, einem millionenschweren Industriellen. Zusammen versuchen die beiden nun herauszufinden, was eigentlich geschehen ist, und wie sie am besten weiter vorgehen sollen, um mit Mallorys Vater in Kontakt zu treten - dass sie sich in der Einsamkeit der verschneiten Berge irgendwann näher kommen, ist fast unausweichlich. Doch tief in seinem Herzen weiß Finn, dass er, ein Exsträfling, und die reiche Erbin keine gemeinsame Zukunft haben ...

Ein bemerkenswerter, da ungewöhnlicher Liebesroman, an dem vor allem eines auszusetzen ist: dass er ausschließlich aus der Sicht des Helden erzählt wird. Bis auf diese Tatsache ist der Roman aber auf jeden Fall lesenswert.

 

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Judith Duncan: If Wishes Were Horses
Silhouette, 249 Seiten, $4,50, April 2001

Der schweigsame Rancher Conner Cahoun erhält mitten während des Round-Up einen Anruf seines kleinen Neffen Cody, der sich Sorgen um seine Mutter macht. Sofort lässt Conner alles stehen und liegen und macht sich auf nach Toronto zu seiner Schwägerin und seinen Kindern - denn streng biologisch gesehen, sind es seine Kinder. Nur seinem jüngeren Bruder zuliebe und um der Frau, die er heimlich liebt, den größten Wunsch zu erfüllen, hatte sich Conner vor Jahren zu einer Samenspende bereit erklärt. Nun ist sein leichtfertiger, aber charmanter Bruder gestorben und dessen Witwe Abby weiß weder ein noch aus, als sie Monate später herausfinden muss, dass ihr Mann große Schulden gemacht hat. Als sie auch noch ihren Job verliert, ist sie so verzweifelt, dass sich ihr Sohn nicht anders zu helfen weiß, als seinen geliebten Onkel anzurufen. Gewohnt kompetent nimmt der sich dann auch der Sache an, zahlt die Schulden und verfrachtet die Familie seines Bruders kurzerhand für einen ausgedehnten Urlaub auf seine Ranch. Dort angekommen kann sich Abby endlich erholen - und je länger sie in Conners Nähe lebt, desto klarer wird ihr, wie es in ihrem Herzen aussieht. Schließlich kann auch Conner sich nicht länger beherrschen und beginnt eine heiße Affäre mit Abby. Doch auch wenn er sie Nacht für Nacht voller Leidenschaft liebt, verliert er kein Wort über eine gemeinsame Zukunft ...

Die Zusammenfassung auf dem Backcover kann den Verdacht wecken, dass dieser Roman ein bisschen zu schnulzig ist, um gut zu sein - doch weit gefehlt. Die Autorin versteht es geschickt, aus dem unwahrscheinlichen Plot eine nette Liebesgeschichte zu stricken, die kaum Wünsche offen lässt.

 

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Viginia Kantra: The Passion of Patrick McNeill
Silhouette, 249 Seiten, $4,25, Januar 1999

In dem Leben der Ärztin Kate Sinclair hat einzig die Leidenschaft für ihren Beruf Platz. Doch dann kehrt sie an ihr Ausbildungskrankenhaus zurück und trifft Patrick McNeill und seinen Sohn Jack wieder. Der kleine Junge hat zwar den Unfall überlebt, bei dem seine Mutter getötet wurde, hat aber schwerste Verbrennungen davon getragen. Die aufopfernde Pflege seines Vaters ist es, die zum großen Teil zu seiner Genesung beigetragen haben, aber Jack wird noch viele Operationen ertragen müssen und seine Narben werden nie ganz verheilen. Trotzdem ist Patrick fest entschlossen, dass für seinen Sohn alle nötigen Behandlungen durchgeführt werden - doch dann eröffnet ihm diese junge, unerfahrene Ärztin, sie halte die von dem Spazialisten vorgeschlagene Operation für überflüssig. Dass die neue Ärztin zudem ausgesprochen hübsch ist, entgeht dem Piloten keineswegs, und da Jack sogleich zu ihr Vertrauen fasst, sieht man sich häufiger ...

Ein gelungener Roman, in dem es einem allein erziehenden Vater und seinem Sohn gelingt, einer verschlossenen jungen Ärztin zu zeigen, was das Leben ihr zu bieten hat. Sehr gefühlvoll, aber gut.

 

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Vickie Lewis Thompson: Pure Temptation

Weil sie aus der Kleinstadt Copperville nach New York gehen und dort nicht nur unterrichten , sondern auch Beratungslehrerin mit Schwerpunkt Empfängnisverhütung für junge Mädchen sein soll, beschließt die 26jährige Tess Blakeley, jetzt endlich ihre Jungfräulichkeit loszuwerden. Dass sie noch Jungfrau ist, hat sie ihren vier großen, kräftigen Brüdern, die allesamt über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt verfügen, zu verdanken. Aber jetzt ist Schluss, schließlich kann sie ihre Schülerin nicht bei etwas beraten, von dem sie selbst keine Ahnung hat. Doch wen soll sie mit der heiklen Aufgabe betrauen? Hilfesuchend wendet sie sich an ihren besten Freund Mac - der hat ihr schon immer aus der Patsche geholfen. Mac ist zuerst gar nicht begeistert von der ganzen Sache, aber schließlich sieht er ein, dass er ihr helfen muss. Ihm wird ganz anders, wenn er sich nur vorstellt, was passiert, wenn sie jemanden anderen fragt. Aber sosehr er auch über passende Kanididaten für die Deflorierung nachdenkt, es gibt eigentlich nur eine vernünftige Lösung. Er kümmert sich selbst darum. Auch Tess ist damit einverstanden, sie kennt und mag Mac ja schon ihr ganzes Leben. Eine heiße Liebesbeziehung beginnt, und die beiden Hauptbeteilgten müssen rasch erkennen, dass es hier um mehr als eine stürmische Sommeraffäre geht. Aber Tess muss bald schon nach New York, und Mac, der als pflichtbewusster Sohn seinen Eltern bei der Führung der familieneigenen Ranch hilft, kann nicht aus Copperville weg, möchte sie aber auch nicht bitten, seinetwegen das Leben in der Großstadt, von dem sie solange schon geträumt hat, aufzugeben ...

Eine amüsante Story, garniert mit ziemlich viel Sex - das ganze gekonnt erzählt. Ein unbedingt empfehlenswerter Roman.

 

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Vickie Lewis Thompson: The Nights Before Christmas
Silhouette, 219 Seiten, $ 3,99, November 2001

Der Hausmeister ihres Appartementkomplexes ist Suzanne schon vor einiger Zeit positiv aufgefallen, nicht zuletzt, weil er unglaublich sexy ist. Da sie den Bruch mit ihrem Freund trotz gegenteiliger Beteuerungen noch nicht ganz verwunden hat, beschließt ihre Freundin Terri, Suzanne einen Geheimtipp zu geben. Denn der attraktive Hausmeister, so heißt es, verfügt ganz offensichtlich nicht nur über handwerkliche Qualitäten, er heilt auch gebrochene Herzen. Greg hat keine Ahnung, dass seine aufbauenden Gespräche mit den unglücklichen jungen Frauen in dem Haus in der Mund-zu-Mundporpaganda einen so völlig falschen Ruf haben, jedoch, dass Suzannes Freund nicht mehr ist, kann er nur begrüßen, schwärmt er doch selbst heimlich für die junge Frau. Als bei Suzanne der Abfluss tropft, ruft sie Greg, aber sie kann sich nicht überwinden, den ersten Schritt zu tun. Doch dann kommt eines zum anderen und Suzanne landet wirklich in Gregs Bett - und die Wirklichkeit ist noch viel schöner, als sie es sich je hätte träumen lassen, doch kann sie mehr als ein flüchtiges Abenteuer für einen so berüchtigten Casanova sein? Der jedoch hat ganz andere Sorgen: Kann eine beruflich so erfolgreiche junge Frau wirklich mit einem Handwerker wie ihm glücklich werden ...

Alle Jahre wieder gelingt es der Autorin einen rundherum netten Roman zu schreiben - so auch hier - "The Nights Before Christmas" ist eine bezaubernde, prall mit Erotik angefüllte Liebesgeschichte mit einem so ungewöhnlichen wie liebenswerten Helden.

 

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Sophie Kinsella: Shopaholic Abroad
Black Swan, 350 Seiten, UK £ 6,99, 2001

Trotz bester Vorsätze und eines verbesserten Einkommens ist es Becky Bloomwood nicht gelungen, mit ihrem Geld auszukommen - aber zur Katastrophe zu kommen droht es erst, als der Kundenbetreuer bei ihrer Bank in den Ruhestand geht und sein Nachfolger ein strenger Herr wird, der absolut keinen Spaß versteht. Da kommt es Becky gerade recht, als ihr Freund, der Unternehmer Luke, sie bittet, mit ihm für ein paar Monate nach New York zu gehen. Dort winkt Becky auch schon dank seiner Kontakte eine eigene Show - also gibt es kein Halten. Doch dann geht alles schief, was schief gehen kann, und ehe sie es sich versieht, ist Becky ganz unten. Aber selbst das kann unsere unerschrockene Heldin nicht lange bedrücken, denn schließlich kann es jetzt nur noch aufwärts gehen ...

Dieser Folgeroman ist ebenso nett geschrieben wie der erste und auch die herrlich naive Heldin hat nichts von ihrer sympathischen Ausstrahlung eingebüßt - trotzdem bringt die Autorin nichts wirklich Neues und so liest man diesen Roman zwar immer noch gerne, aber für noch ein weiteres Buch wird das nicht mehr reichen.

 

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Katherine Kingsley: Once upon a dream

Eine wunderschöne Aschenputtel-Geschichte: Lucy Kincaid fühlt dafür verantwortlich, dass ihre Stiefmutter und deren Töchter in beschränkten Verhältnissen leben, denn ihre Leichtgläubigkeit ist der Grund dafür, dass ihr Vater, ein irischer Adeliger, in eine Lage geriet, die ihn leztendlich seinen Besitz Kincaid und sein Leben kostete. Kincaid wurde an den skrupellosen Thomas Montagu verkauft, der den Beistz unbedingt haben wollte, und deswegen Lucy eine Falle stellte. Jetzt, nach dem Tod ihres geliebten Vaters, führt Lucy ein freudloses Dasein als Dienerin im Haushalt ihrer Stiefmutter, deren Bosheit und Demütigungen ausgesetzt, ja diese Frau schreckt nicht einmal davor zurück, sich Lucy mit Drohungen gegen ihre irischen Freunde gefügig zu machen. Lediglich ihre einsamen Spaziergänge über die Klippen schenken Lucy Augenblicke der Freude und des Ungestörtseins. Bis eines Tages ein gutaussehender Fremder diese Ungestörtheit beendet. In einem verzauberten Moment treffen die beiden einander, durch einen Felsabgrund getrennt, bevor Lucy, erbost darüber, einen dieser verhassten Engländer so faszinierend zu finden, spurlos verschwindet. Raphael Montagu, Duke of Southwell, ist nur widerstrebend nach Irland gekommen, um den Besitz seines kürzlich verstorbenen, ruchlosen Vetters zu besichtigen, den er geerbt hat. Nie hätte er gedacht, sein Herz an ein bezauberndes irisches Mädchen zu verlieren. Er glaubt sie habe sich das Leben genommen, weil sie so plötzlich spurlos verschwand und ist am Boden zerstört - musste er doch schon einmal hilflos mitansehen, wie ein geliebter Mensch, sein eigener Vater, sich umgebracht hat. Aber dann trifft er die geheimnisvolle Fremde in London wieder, wo er den beiden ebenso einfältigen wie hässlichen Stiefschwestern als Wiedergutmachung für die schlimmen Machenschaften seines Vetters eine Saison sponsort, und ist entschlossen, sie wiederzufinden. Auch Lucy kann Raphael nicht vergessen, und als sie erst wie einst Aschenputtel auf einem rauschenden Ball mit ihm getanzt hat, ist es ganz um sie geschehen. Aber sie weiß, sie haben keine Zukunft, denn niemals könnte sie einen Engländer heiraten, das wäre ein Verrat an ihrem Vater. Keine leichte Aufgabe für Raphael, die wieder einmal fast (er hat ihr Medaillon) spurlos Verschwundene zu finden und dann dazu zu bringen, ihn zu heiraten ...

Ein Roman für Fans der Aschenputtel-Story - wie mich. Mitreißend und spannend, trotzdem man den Plot nur zu gut kennt, einzig der Schluss ist leider ein klein wenig langatmig geraten (Lucy ist nicht leicht zu überzeugen). Aber insgesamt ein sehr gelungener Liebesroman, den man nur wärmstens empfehlen kann.

 

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Liz Ireland: The Outlaw's Bride

Nach dem Tod ihres Vaters, des Arztes der Gegend, erkennt Emma Colby entsetzt, dass man sie schon als alte Jungfer abgestempelt hat. Sie mag zwar achtundzwanzig sein und von eher unauffälligem Äußeren, aber als hoffnungslosen Fall hatte sie sich nie gesehen. Seit Jahren bewundert sie insgeheim den gut aussehenden Sheriff des Ortes, der allerdings schon von jeher mehr Interesses an Emmas jüngerer Schwester Rose Ellen hatte, die jedoch schon vor Jahren geheiratet hat und in die Stadt gezogen ist.
Als die schwangere Lorna von ihrer Familie verstoßen wird, nimmt Emma das junge Mädchen zu sich - zum Missfallen der Bewohner der amerikanischen Kleinstadt. Aber damit nicht genug: Eines Abends findet sie auf ihrer Veranda einen schwer verletzten Mann, der, bevor er bewusstlos wird, "Engel" haucht und ihr einen Kuss gibt. Emma ist sich sicher, dass dieser Mann der gesuchte Verbrecher ist, der in der Gegend gesehen wurde, aber sie kann ihn nicht einfach vor ihrer Tür liegen lassen. Sie schafft ihn ins Haus und pflegt ihn gesund - nicht umsonst hat sie ihrem Vater jahrelang bei der Arbeit geholfen. Sie merkt rasch, dass der Mann kein kaltblütiger Mörder sein kann, weswegen sie ihn in ihrem Haus verbirgt. Lang Tucker war zwar bei der Bande, die den Banküberfall verübt hat, aber nur, weil er seinen kleinen Bruder dazu überreden wollte, auszusteigen. Dass man ihn für den Mörder des Bankangestellten hält, macht ihn zu einem gesuchten Verbrecher, dessen Fahndungsplakate an jeder Ecke hängen. Seine Anwesenheit geheimzuhalten, wird für Emma immer schwieriger, besonders als auch noch Rose Ellen zu einem Besuch hereinschneit. Zu allem Überfluss scheint der Sheriff mit einem Mal Emmas Qualitäten zu entdecken und beginnt, ihr den Hof zu machen - nur seltsam, dass sein Kuss Emma soviel kälter lässt als der, den der halb bewusstlose Tucker ihr gegeben hat ...

Ein netter Western, der ganz nach altbekanntem Muster gestrickt ist. Dabei herausgekommen ist ein lesenswerter Roman, dem zwar die Feinheiten der Haute Cuisine abgehen, der dafür aber alle Qualitäten guter Hausmannskost aufweist.

 

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Kate Huntingdon: The Captain's Courtship
Zebra, 223 Seiten, $4.99, 1999

Vanessa Whittaker und Captain Alexander Logan treffen sich das erste Mal unter ungünstigen Umständen: Der Captain liegt schwer verwundet in einem Krankenhaus, in dem Vanessa hilft, die Kriegsverwundeten zu pflegen, und benimmt sich der jungen Frau gegenüber derart ungehobelt, dass sie entsetzt von seiner Seite flieht. Monate später, der Captain ist längst wieder genesen, treffen sie einander wieder, bei Almack's in London, wo die hübsche Vanessa, deren Familie so gut wie mittellos ist, einen reichen Mann finden soll. Der Captain erkennt schon bald, dass die hübsche junge Frau beiliebe nicht die kaltherzige Glücksritterin ist, für die er sie zunächst hielt. Trotzdem beschließt er sie, für seine Zwecke einzuspannen: Er möchte sobald wie möglich zurück zu seinem Regiment nach Spanien, was sein besorgter Vater, dessen einziger Erbe er ist, mit allen Mitteln und hassenswerterweise auch überaus erfolgreich zu verhindern sucht. Wenn nun aber Alexander seine Zeit in London dazu nutzen würde, Herz und Hand einem völligen unpassenden Frauenzimmer anzutragen, das aus einer mittellosen, unbedeutenden Familie kommt, dann müsste sein Vater ihn doch eigentlich nur zu gerne möglichst weit von der britischen Hauptstadt und dem schlechten Einfluss einer solchen Frau entfernt wissen. Und Alexanders Plan scheint wundervoll zu funktionieren, Vanessa kann genötigt werden, sein Spiel mitzuspielen, alles verläuft wie am Schnürchen - bis auf die Tatsache, dass Alexanders Herz gegen Vanessas Reize nicht gefeit ist ...

So soll ein Regency sein. (Mehr Worte braucht man über dieses ausgezeichnete Buch eigentlich nicht zu verlieren, außer vielleicht: Für Regency-Fans ein Muss!)

 

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Maggie Osborne: I Do, I Do, I Do
Ivy, 346 Seiten, $6.99, 2000

Juliette March wartet seit Monaten vergeblich auf Nachricht von ihrem Mann Jean Jacque Villette, der mit einem großen Teil ihres Geldes nach Kalifornien aufgebrochen ist, um ihnen ein Heim zu kaufen. Sie vertraut ihm bedingungslos, denn er hat sie vor dem traurigen Schicksal einer reichen, alten Jungfer bewahrt. Schließlich jedoch hält sie es vor Sorge nicht länger aus und folgt ihm. In dem Gasthof der resoluten Clara Klaus trifft sie fast der Schlag, als sie an der Hand der anderen ihren eigenen, angeblich einmaligen Ehering entdeckt - eine Aussprache der beiden Frauen führt zu der Erkenntnis, dass beide einem Heiratsschwindler aufgesessen sind, der sich mit dem Geld seiner "Angetrauten" aus dem Staub gemacht hat. Von einer wütenden Clara angestiftet, beschließen die beiden Frauen, Jean Jacque zu suchen und zur Rede zu stellen, nur um in Seattle über ein drittes Opfer ihres gemeinsamen Ehemannes zu stolpern, der bezaubernden Zoe Wilder. Zu dritt machen sich die Frauen auf den Weg, ihrem Ehemann nach Alaska in die Goldgräberlager zu folgen. Auf der beschwerlichen, gefahrvollen Reise lernen die Frauen einander besser kennen, werden trotz ihrer Unterschiedlichkeit Freundinnen - aber werden sie glücklich werden?

Maggie Osbornes Liebesroman hat neben dem originellen Plot mit einigen Überraschungen aufzuwarten, kann aber letzten Endes nicht halten, was die vielen positiven Rezensionen in den USA versprechen - die Romantik kommt leider etwas zu kurz. I Do, I Do, I Do ist ein netter, leicht überdurchschnittlicher Roman über drei ungewöhnliche Heldinnen, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben.

 

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Deborah Hale: The Bonny Bride
Harlequin Historical #503, 292 Seiten, $4.99, März 2000

Jenny Lennox, Tochter eines schottischen Bauern, will auf jeden Fall eines im Leben erreichen: nie wieder arm sein, weshalb sie einwilligt, den Heiratsantrag des ausgewanderten Roderick Douglas anzunehmen. Sie kennt ihren zukünftigen Ehemann noch von früher, denn sie hatte schon immer eine Schwäche für ihn. Doch in letzter Sekunde dorht das ganze Unternehmen zu platzen, als das Ehepaar, in dessen Begleitung sie den Ozean überqueren sollte, wegen eines Unfalles plötzlich nicht mehr mitreisen kann. Gottseidank kann sie den verschlossenen Harris Chisholm, einen ehrgeizigen jungen Mann, der auch aus ihrem Dorf stammt, überreden, ihrem Vater zu versprechen, auf sie aufzupassen. Dafür verspricht die dankbare Jenny, ihm einen Wunsch zu erfüllen. Auf der Fahrt kommen die beiden Reisegefährten sich langsam näher. Vor allem während der langen Stunden auf See, in denen Harris der bezaubernden Jenny das Lesen beibringt, entsteht ein Band, das beide zunächst nicht wahrhaben wollen, Jenny, weil sie keinen armen Schlucker heiraten möchte, und Harris, weil er wegen seiner Narben gehemmt ist, und sein Glückvon keiner Frau abhängig machen will. Erst als sie beide fast ums Leben kommen, erkennt Harris, wie wertlos sein Leben ohne Jenny wäre. Er setzt alles daran, seine Liebste für sich zu gewinnen ...

Der neue Deborah Hale ist ein spannender Roman mit altbekanntem Thema. Angenehm fällt an diesem Historical vor allem der nette Held, der seinen Glauben an Jenny nicht aufgibt und bis zuletzt um sie kämpft und das bürgerliche Milieu, in dem die Geschichte spielt, auf - ein wirklich netter Roman, der allerdings wegen des durchgängig schottischen Dialektes nicht unbedingt als englische Anfangslektüre geeignet ist.

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Deborah Hale: Whitefeather's Woman
Harlequin Historical #581, 298 Seiten, $4.99, Oktober 2001

Um ihrem brutalen Verlobten zu entkommen, verpfändet die verzweifelte Jane die Brosche ihrer Arbeitgeberin, um sich die Fahrt in der Kutsche nach Whitehorn, Montana, leisten zu können. Sie hat sich auf eine Stelle als Kindermädchen bei den Kincaids beworben und will die Stelle nun antreten. Anders als von ihr angenommen enthielt der Brief, den ihr Verlobter wutentbrannt ins Feuer geworfen hatte, jedoch eine Absage - da sie jedoch nun einmal auf der Ranch ist, die eigentlich eingestellte Hilfe aber noch nicht, darf Jane bis zu deren Eintreffen dort bleiben. Wieder Erwarten gewöhnt sie sich schnell ein und beginnt sogar an ihr Glück zu glauben. Besonders zu dem Vorarbeiter auf der Ranch, das Halbblut John Whitefeather, fühlt sie sich hingezogen - in seiner Nähe fühlt sie sich sicher und geborgen. Doch auf Johns Schultern lastet die Verantwortung für seinen Stamm, für den er ein Stück Land gekauft. Als Häuptling hat er schon mehr als genug Sorgen und bräuchte eigentlich eine starke Frau an seiner Seite, keine verzärtelte junge Dame aus dem vornehmen Boston. Doch sein Herz will nicht auf seinen Verstand hören ...

Ein sehr einfühlsam geschriebener Liebesroman aus dem wilden Westen, der sich trotz kleinerer Kritikpunkte und einem etwas übertriebenen Epilog ausgezeichnet lesen lässt.

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Anne Stuart: Lady Fortune
Zebra, 318 Seiten, $5.99, Januar 2000

Nachdem ihr alter Ehemann gerade verstorben ist, möchte Lady Julianna am liebsten ins Kloster gehen und nie wieder etwas mit Männern zu tun haben müssen - schließlich hat ihr Gatte, dem sie im zarten Alter von 11 Jahren angetraut wurde, sich im Ehebett mit mehr (und dabei vergeblichem) Überschwang als mit Zartgefühl hervorgetan. Insgeheim hat Julianna es ihrer Mutter niemals verziehen, diese Heirat nicht verhindert zu haben. Deshalb folgt sie auch nur unwillig dem Befehl des Königs, mit seinem Abgesandten zur erneuten Hochzeit ihrer jüngst verwitweten Mutter nach Burg Fortham zu reisen - ihr Unwille steigert sich noch, als sie erfährt, dass sie die Kutsche mit dem Spaßmacher des Königs, dem unglaublich gut aussehenden Nicholas Strangefellow teilen muss, der alles daran setzt, sie zu ärgern. Nicholas, alles andere als ein Narr, fristet sein Leben am Hofe König Heirichs, in der Hoffnung, dass er so eines Tages seinen Titel und Besitz als Lord of Derwent zurückerhält. In der Maske des Narren kann er dem König ungeahnt von Nutzen sein, außerdem gewährt ihm diese Verkleidung ungeheure Freiheiten und ist zudem kröperlich nicht sonderlich anstrengend, was ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist. Die zimperliche Lady, die ihm als Reisegefährtin zugeteilt wurde, weckt nur mäßig Neugierde in ihm. Allerdings könnte es sich als amüsanter Zeitvertreib herausstellen, mit ihr die Klingen zu kreuzen, und schon bald findet er zu seinem Erstaunen die nicht sonderlich hübsche Julianna unwiderstehlich. Es fällt ihm immer schwerer, sich auf seine eigentliche Aufgabe zu konzentrieren, die Reliquie der heiligen Hugolina, einen goldenen Kelch, Juliannas zukünftigem Schwiegervater zu entwenden und seinem König zu bringen ...

Der sympathische Antiheld und die Nebenliebesgeschichte zwischen Juliannas Mutter und ihrem zweiten Gatten machen aus diesem Roman etwas Besonderes. Eine erfreuliche Abwechslung unter den Mittelalter-Romances, die wirklich zu empfehlen ist.

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Justine Davis: A Whole Lot of Love
Silhouette, 186 Seiten, $3.99, März 2000

Die hübsche, aber figrurmäßig leider eher walkürenhaft geratene Layla Laraway besitzt eine aufregende Telefonstimme - weshalb sie es auch übernimmt, telefonisch für die Junggesellen und -innen-Autkion zugunsten der Alzheimerforschung männliche Kandidaten zu gewinnen. Selbstredend ist sie dabei überaus erfolgreich, schließlich kann ihrer Stimme kaum einer widerstehen, auch nicht der gutaussehende Geschäftsmann Ethan Winslow. Als er Layla dann persönlich gegenübersteht, reagiert er im ersten Moment so wie alle: ungläubig. Diese Stimme soll zu dieser hochgewachsenen Frau gehören? Layla entgeht Ethans Reaktion keineswegs, auch wenn er sich gleich wieder unter Kontrolle hat und Laylas sonstige Qualitäten durchaus zu schätzen weiß. Als dann der Autkionator sich mit Layla einen schlechten Scherz erlaubt und ein Rendezvous mit ihr versteigern will, bietet Ethan als einziger - denn er will Layla unbedingt näher kennen lernen. Doch Laylas Komplex wegen ihres Aussehens steht wie ein unüberwindliches Hindernis auf dem Weg zum Glück ...

Ein netter Liebesroman, in dem der Held seine Auserwählte erst davon überzeugen muss, dass ihr Aussehen erstens unwichtig ist und zweitens nicht halb so schlimm , wie sie denkt. Laylas Unvermögen ihren Komplex zunächst zu überwinden, ist recht glaubhaft, doch etwas zu lang geraten, sonst ist der Roman aber durchaus zu empfehlen.

 

 

Justine Dare: High Stakes
Onyx, 341 Seiten, $6.99, Dezember 2001

Eigentlich wollte Shelby ihren Verfolger abschütteln und in der Menge, die das Spielcasino bevölkert, untertauchen, doch dann gewinnt sie an einem Automaten den Hauptpreis. Jetzt gilt es, so schnell wie möglich das Weite zu suchen. Doch den wachsamen Augen des Besitzers des Casinos ist sie nicht entgangen - ebenso wenig wie ihr gehetzter Gesichtsausdruck! Aaron Montana hat ein kleines Problem mit hilflosen Kreaturen: Er muss einfach versuchen, ihnen zu helfen. So kann er auch einfach die junge Frau nicht vergessen, die ihren großen Gewinn zurückgelassen hat. Es ist klar, dass sie Angst hat, und als er sie endlich ausfindig gemacht hat, bringt er sie in Sicherheit. Shelby fällt es zunächst schwer, die Motive ihres so noblen wie attraktiven Retters zu verstehen und ihm zu vertrauen, aber als sie Aaron näher kennen lernt, wird ihr klar, dass er der Mann ist, auf den sie ihr Leben lang gewartet hat. Doch das Geheimnis, das sie hütet ist lebensgefährlich, und so bleibt ihr schließlich keine andere Wahl, als den sicheren Hafen in Aarons Nähe zu verlassen ...

Der spannende Liebesroman überzeugt auf der ganzen Linie - ein sympathischer Held, eine so unerschrockene wie erfindungsreiche Heldin und jede Menge Aufregung sorgen für Lesegenuss pur.

 

 

Carolyn Davidson: A Convenient Wife
Harlequin, 299 Seiten, $4.99, November 2001

Als die junge Ellie in seine Praxis kommt und an einer geheimnisvollen Krankheit zu leiden glaubt, ahnt Dr. Gray schon Übles - wie es sich dann herausstellt ist Ellie tatäschlich schwanger, und weit und breit ist kein Vater in Sicht. Der hat sich mittlerweile aus dem Staub gemacht und ist nicht zu erreichen. Da ihr Vater sie, sobald er die Neuigkeit erfährt, verprügelt und an die Luft setzt, landet Ellie schließlich wieder bei dem gut aussehenden Arzt von Whitehorn, Montana. Er stellt sie als seine Haushälterin an, und da sie ihm bald schon ans Herz wächst, die Leute in der kleinen Stadt es aber nicht gerne sehen, dass sie mit ihm unter einem Dach lebt, macht er ihr kurzerhand einen Heiratsantrag. Aber gerade als die Eheleute alle Probleme aus dem Weg geräumt glauben, taucht der wahre Vater von Ellies ungeborenem Kind auf und stiftet Unruhe ...

Ein eher durchschnittlicher Western mit recht vorhersehbarer Handlung, den man nicht unbedingt gelesen haben muss.

 

 

Kasey Michaels: Can't Take My Eyes Off of You
Zebra, 336 Seiten, $6.50, März 2000

Wer hat schon Mitleid mit einer millionenschweren Erbin? Shelby Taite weiß, dass sie ein Leben führt, von dem viele Menschen träumen, aber zufrieden ist sie nicht. Einmal, einmal nur möchte sie leben wie Millionen anderer Amerikaner. Entschlossen packt Shelby ihre Koffer und lässt sich vom Chauffeur in der Familienlimousine zum Busbahnhof fahren, besteigt den Bus und macht sich auf den Weg ins normale Leben, nach East Wapaneken, der amerikanischen Kleinstadt par exellence. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird ihr beinahe das Gepäck gestohlen, aber ihr kommt der gutmütige Gary zu Hilfe, dessen Dauerverlobte Brandy sie unter ihre Fittiche nimmt. Da ihre Kreditkarte auf Veranlassung ihres unangenehmen Verlobten gesperrt wurde, muss Shelby Geld verdienen und bekommt eine Stelle in Tony's leicht schäbigem Restaurant, dem einzigen Restaurant der Stadt. Dort spürt sie auch schon bald Quinn Delaney, Inhaber einer angesehenen Security-Firma, auf, der von der besorgten Familie beauftragt wurde, ein Auge auf die Ausreißerin zu haben, während die ihr Abenteuer genießt, denn Shelbys Verwandte sind bereit, ihr ihren Spaß zu gönnen. Leider ist ihr Verlobter ganz anderer Ansicht, aber an den denkt Shelby kaum noch, seit dieser faszinierende Quinn in East Wapaneken aufgetaucht ist. Und auch Quinn, der erstens ohnehin nur wenig für Reiche übrige hat und zweitens mit der jungen Dame noch eine Rechnung zu begleichen hat, kann nicht umhin, Shelby zu bewundern; und während er beobachtet, wie sie sich allmählich im normalen Leben eines Durchschnittsbürgers bewährt und die Herzen der Bewohner der Kleinstadt gewinnt, verliert er seines ...

Im Stil amerikanischer Screwballkomödien mit einem Touch SEP führt die Autorin beschwingt durch die Story. Leider wird der Spannungsbogen ein wenig überstrapaziert und warum ein Grady und ein Gary in dem Roman vorkommen müssen, bleibt ein Rätsel, aber sonst ein durchaus gelungener, spritziger Liebesroman.

 

Stephanie Bond: Too Hot To Sleep
Harlequin Temptation #787, 212 Seiten, $3.99, Juni 2000

Die Krankenschwester Georgia Adams ist mit ihrem Liebesleben alles andere als zufrieden, weshalb sie, als sie nachts wegen der herrschenden Hitze nicht schlafen kann, ihren wenig leidenschaftlichen Freund Rob mit einem erotischen Anruf überraschen will - ohne zu ahnen, dass sie in ihr neues High-Tech-Telefon die Nummer falsch eingespeichert hat. Der ledige Polizist Ken Medlock, der sich ebenfalls schlaflos auf seinem Bett wälzt, kann sein Glück kaum fassen, als plötzlich eine Frau mit einer unglaublich sexy Stimme anruft und mit ihm Telefonsex hat. Zunächst hält er alles für einen gutgemeinten Scherz seiner Kollegen, doch am nächsten Tag trifft er zufällig die Frau, die zu der aufregenden Stimme gehört, und ihm wird klar, dass er mehr von ihr will. Entschlossen beginnt er, Georgia zu umwerben, aber die ist überzeugt, dass ihre Beziehung zu Rob dank des nächtlichen Telefonates durchaus Zukunft hat. Sie beschließt, ihn wieder anzurufen und Ken kann der Versuchung nicht widerstehen, die Täuschung aufrechtzuerhalten - doch wenn die Wahrheit jemals herauskommt, wird Ken eine Menge zu erkären haben ...

Eine reizende Sommerkomödie, die leider nur nicht zu unserem derzeitigen Wetter passt. Amüsanter Lesespaß für zwischendurch.

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Kimberly Cates: Lily Fair
Sonnet, 393 Seiten, $5.99, November 1999

Niall of the Seven Betrayals hat sein Leben dem Ziel gewidmet, seinen Namen, der durch den Verrat seines Vaters vor Jahren entehrt wurde, reinzuwaschen. Dazu hat er für Conn the Ever Truthful, den Mann, den sein Vater verraten und der ihn trotzdem als Pflegesohn bei sich aufgenommen hat, wie einst Herkules verschiedene Aufgaben erledigt. Seine letzte Aufgabe, bevor er sein Ziel erreicht haben wird, besteht darin, Caitlin, die Tochter des berühmten blinden Speerwerfers Fintan, aus dem Kloster, in dem sie ihr ganzes Leben seit ihrer Geburt verbracht hat, an den Hof zu begleiten, so wurde es ihm gesagt. Caitlin geht nur ungern mit ihm, denn eigentlich möchte sie am liebsten für immer im Kloster bleiben. Am ersten Abend ihrer Reise öffnet Niall den Brief seines Lehnsherren, um letzte Instruktionen entgegen zu nehmen. Doch zu seinem entsetzen muss er lesen, dass er Caitlin im Schlaf töten soll, da noch vor ihrer Geburt geweissagt wurde, dass sie einst den Untergang Conns herbeiführen würde. Nach langem Kampf mit seinem Gewissen - schließlich hatte er auf der einen Seite der Äbtissin geschworen, Caitlin sicher an Conns Hof abzuliefern, während er andererseits immer zu tun geschworen hatte, was Conn von ihm verlangte. Aber schließlich hebt er sein Schwert - doch Caitlin erwacht und kann fliehen. Voller Selbstverachtung wegen dessen, was er beinahe getan hatte, macht sich Niall auf die Verfolgung und rettet Caitlin vor einem Bären, wobei er selbst verletzt wird. Die junge Frau kann den Schwerverletzten nicht einfach seinem Schicksal überlassen und pflegt ihn gesund. Sie beginnt sogar zu verstehen, warum er so handelte, als er ihr von der Prophezeiung erzählt und von dem Verrat seines Vaters. Niall weiß, dass er nie seinen letzten Auftrag wird erfüllen können, dass seine Bemühungen umsonst waren - nie wird er seinen Namen von der Schande reinwaschen können. Er beschließt statt dessen Caitlin vor Conn in Sicherheit zu bringen. Caitlin lässt sich nur schwer überreden, zuzstimmen, da das bedeuten würde, dass Niall ihretwegen sein Lebensziel aufgibt. Während der langen Reise beginnt zwischen ihnen Liebe zu keimen ... doch hat ihre Liebe überhaupt eine Zukunft?

Lily Fair ist ein bezaubernder Liebesroman, der an ein Märchen erinnert, und das nicht nur wegen der verschiedenen Märchenmotive, die dort aufgegriffen werden. Kimberly Cates entführt die Leser mit ihrer spannenden Geschichte um Liebe, Ehre und Verrat aus dem grauen Alltag in das Irland des frühen Mittelalters.

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Johanna Lindsey: Home for the Holidays
226 Seiten, November 2000

Vincent Everett, Baron of Windsmere, macht George Ascott für den Tod seines Bruders verantwortlich. Um sich zu rächen, schmiedet er einen finsteren Plan. Während Ascott in Übersee ist, verbreitet der Baron geschäftsschädigende Gerüchte, die schließlich zur Folge haben, dass Ascotts Familie in London keinen Kredit mehr hat. Everett kauft die Hypothek, mit der das Haus der Ascotts in London belastet ist, um seinen Sekretär kurz vor Weihnachten damit zu beauftragen, die Familie auf die Straße zu setzen. Doch sobald der Baron einen Blick auf die Tochter des Hauses geworfen hat, begreift er, dass er seine Pläne vorschnell gefasst hat. Wenn es ihm gelänge, die wunderschöne Larissa zu verführen, wäre das eine noch viel bessere Rache. Kurz entschlossen gibt er sich mitleidsvoll, stellt sich selbst als Opfer der Umstände dar und bietet der jungen Frau und ihrem Bruder eine Bleibe unter seinem Dach an. Alles verläuft nach Plan, dankbar nimmt Klarissa das Angebot an, ohne etwas von Everetts wahren Motiven zu ahnen. Sie fühlt sich rasch zu dem gutaussehenden jungen Mann hingezogen, und hat Vincents erfahrenen Zärtlichkeiten nichts entgegenzusetzen. Rasch findet sie sich in seinen Armen und seinem Bett wieder und Vincent könnte ganz mit sich zufrieden sein, wäre da nicht dieses beunruhigende Gefühl, dass es Larissa gelungen sein könnte, das Eis um sein Herz zu schmelzen ...

Ein Lindsey, wie man ihn von früher kennt - der Plot schwächelt etwas, aber die Liebesgeschichte wird mit großem Können und ohne lästigen Firlefanz erzählt. Mir persönlich haben der an Ebenezer Scrooge (aus Charles Dickens Weihnachtsgeschichte) erinnernde Held und die streckenweise naive Heldin durchaus gefallen. Eine wirklich gelungene Weihnachtslektüre.

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Johanna Lindsey: Heart Of A Warrior
Morrow, 368 Seiten, $25, Mai 2001

Brittany Callaghan ist eine ganz gewöhnliche, moderne junge Frau, die nur mit einem Probleme hat: Männer scheuen sich, mit ihr eine Beziehung einzugehen, weil sie so groß gewachsen ist. Da erscheint ihr der seltsame Fremde, der plötzlich vor ihr steht, wie ein Traum: Er sieht unheimlich gut aus und ist ein gutes Stück größer als sie. Um wen es sich bei dem Mann handelt, ahnt sie nicht, doch hilft sie ihm ohne zu zögern, als er in eine Klemme zu geraten droht. Dalden, der auf einer heiklen Mission auf den bislang unentdeckten Planeten gekommen ist, weiß sofort, dass die Schöne seine ihm vom Schicksal bestimmte Gefährtin ist. Doch erst muss der den Verbrecher stoppen, der von der amerikanischen Kleinstadt aus die Weltherrschaft an sich reißen will. Trotzdem hat er nicht vor, Brittany aus den Augen zu lassen, zieht bei ihr ein und vergewissert sich ihrer Hilfe. Als das Unheil von der Erde abgewendet ist, sieht sich Brittany plötzlich mit einer Geschichte konfrontiert, die so unwahrscheinlich ist, dass sie kaum erfunden sein kann, ...

Ganz nett, aber nichts Besonderes, so lautet das abschließende Urteil über diesen lang erwarteten Roman, in dem Tedras und Challens Sohn Dalden sein Glück findet. Und $25 sind definitiv zu viel für eine derart schwache Story, die zu großen Teilen allein von Brittanys Zweifeln an Daldens Aufrichtigkeit getragen wird.

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Julia Quinn: To Catch An Heiress
Avon, 386 Seiten, $5.99, Juli 1998

Caroline Trent kann auf eine beeindruckende Reihe an Vormündern zurückblicken - doch der, unter dessen Dach sie zu Zeit lebt, ist mit Abstand der Schlimmste. Um sich ihres Vermögens zu bemächtigen, hat er seinen Sohn Percy beauftragt, Caroline zu vergewaltigen. Leider hatte keiner der beiden mit Carolines Mut und Entschlossenheit gerechnet, weshalb Percy die Kugel aus Carolines Pistole auch unvorbereitet trifft. Nachdem die junge Frau erst einmal klar gemacht hat, was sie von dem Plan hält, und da Percy auch nicht gerade davon begeistert ist, sein Leben mit Caroline zu verbringen, hilft er ihr - so gut das bei seiner leichten Verwundung geht - bei ihrer Flucht. Doch Caroline scheint an diesem Abend das Glück einfach nicht hold sein zu wollen: Auf dem Weg in das nahe Bournemouth wird sie von Blake Ravenscroft, einem Agenten der Krone, gstellt und festgenommen, da er sie für eine gesuchte Spionin hält, die mit Carolines Vormund gemeinsame Sache macht. Caroline lässt sich bereitwillig von dem gutaussehenden Mann auf seinen Besitz bringen, da dort das ideale Versteck für sie ist, bis sie in wenigen Wochen ihre Volljährigkeit erreicht und endlich Verfügungsgewalt über das Vermögen ihres Vaters erlangt. Der unerschrockene Blake hätte es sich nie träumen lassen, dass ihm diese Frau derart zusetzen könnte, aber schon bald ist er mit seiner Weisheit am Ende ...

Die schlagfertige Heldin und der grübelnde Held sind ein wirklich wundervolles Paar. Julia Quinn trifft in diesem Roman den richtigen Ton und hält geschickt die Waage zwischen Spannung, Gefühl und Komik. Alle, die nicht das englische Original lesen, brauchen nicht zu verzweifeln - im kommenden Jahr wird dieses Buch in einer genialen Übersetzung bei Cora erscheinen. ;-D

 

Cherry Adair: Kiss and Tell
Avon, 295 Seiten, $6.50, September 2000

Die Illustratorin Marnie Wright hat sich in die einsam gelegene Berghütte ihrer verstorbenen Großmutter zurückgezogen, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen. Doch genau dazu kommt sie nicht - denn sie landet bei einem ihrer Spaziergänge auf dem Land von Jake Dolan, einem Mann der sich in dem Berg unter seiner Hütte eine unterirdische Festung errichtet hat. Zwar ist der schweigsame Riesen alles andere als freundlich oder aufgeschlossen, aber als Marnies Hütte durch einen im Sturm entwurzelten Baum unbewohnbar wird, gewährt er ihr widerwillig Asyl. Ein Schneesturm verhindert Marnies Abreise und so lernen die beiden einander näher kennen. Schon bald fühlen sie sich zueinander hingezogen. Das letzte was Jake, ein zu Unrecht in Ungnade gefallener Geheimagent, der eine Verschwörung wittert, gebrauchen kann ist eine verführerische junge Frau. Darum gibt er sich auch große Mühe, Marnie gegenüber so unhöflich wie möglich zu sein. Doch dann tauchen die echten Bösewichte auf dem Berg auf und Marnie und Jake müssen zusammenarbeiten, wenn sie überleben wollen ...

Eine ganz nette Geschichte, die leider nicht ganz hält, was sie verspricht. Cherry Adairs Roman magelt es an Spritzigkeit, vieles ist allzu vorhersehbar, einiges viel zu unrealistisch. Insgesamt ist Kiss and Tell eher von durchschnittlicher Qualität.

 

Sheridon Smythe: A Perfect Fit
Love Spell, 352 Seiten, $5.99, November 2000

Eigentlich hatte die temperamentvolle Brooke Welch vor, den Mann zu entführen, der der Vater des ungeborenen Kindes ihrer Schwester Dee ist, um ihn zu zwingen, sich mit Dee auszusprechen und eine Lösung zu finden. Doch schon vom ersten Augenblick an läuft alles schief: Sie entführt nicht den Schuldigen sondern aus Versehen ihren neuen Boss. Alex Bradshaw ist eigentlich auf dem Weg in seine wohlverdienten Ferien und hatte vor, nur rasch in seiner kürzlich erworbenen Kondomfabrik nach dem Rechten zu sehen, wird dann jedoch, bevor er sein Vorhaben in die Tat umsetzen kann, von einem sexy Rotschopf entführt, der sein Blut zum Kochen bringt. Sobald er herausgefunden hat, dass Brooke in seiner Kondomfabrik arbeitet, gibt er jeden Gedanken daran auf, sie von seiner wahren Identität zu überzeugen. Hier bietet sich ihm die perfekt Gelegenheit hinter die Machenschaften in der Fabrik zu kommen, ohne sich erkennen zu geben. Brooke fällt es immer schwerer der Anziehungskraft, die der vermeintliche Liebhaber ihrer Schwester auf sie ausübt, zu widerstehen. Als sie zufällig herausfindet, wen sie da entführt hat, weicht ihr Entsetzen bald schon blinder Panik, denn ihr Opfer weigert sich, freigelassen zu werden. Alex hätte nie gedacht, die Frau seiner Träume ausgerechnet hier zu finden. Jetzt ist er fest entschlossen, die eigenwillige Brooke für sich zu gewinnen und mit ihrer Hilfe die Probleme in der Fabrik zu lösen ...

Ein amüsanter, spritziger Roman, der nicht allzu ernst genommen werden will. Die witzige Story entwickelt sich nach Art der gängigen amerikanischen Comedy-Serien und ergibt einen lesenswerten Roman. In Zukunft auf das Autorenpaar Sherrie Eddington und Donna Smith zu achten, ist sicher lohnenswert.

 

 

Adele Ashworth: My Darling Caroline
Jove, 338 Seiten, $ 5.99, Oktober 1998

Lady Caroline Grayson ist eine überdruchschnittlich intelligente Frau, was ihr das Leben im England zur Zeit des Regency alles andere als einfach macht. Ehe und Familie sind ihr völlig unwichtig, für sie zählt einzig die Botanik, insbesondere der Rosenzucht gilt ihre Liebe. Sie hat, da man ihr in England Steine in den Weg legt, beschlossen, nach Amerika zu gehen und schon alle Hebel in Bewegung gesetzt, ihren Plan erfolgreich in die Tat umzsetzen. Doch aus heiterem Himmel verkündet ihr Vater da, dass er für sie einen Ehemann gefunden habe, den soeben aus dem Krieg zurückgekehrten Brent Ravenscroft, Earl of Weymerth. Caroline weiß genau, dass der Earl sie nur gezwungenermaßen heiratet, sieht aber in ihrer Ehe den idealen Weg, ihren langgehegten Traum zu verwirklichen und fügt sich. Sie hätte nie gedacht, dass ihr Ehemann ihr schon bald so wichtig werden könnte, doch Brent, der eine liebeleere Kindheit hatte, tut sich schwer, sich die Gefühle, die seine Frau in ihm weckt, einzugestehen ...

Dieser Roman beginnt zwar vielversprechend, flacht zum Schluss jedoch ab. Der Konflikt, der die Handlung tragen sollte, wirkt wenig überzeugend - der Leser empfindet zwar Sympathie mit Held und Heldin, kann ihre Handlungen und ihr Verhalten auch nachvollziehen, fiebert aber nicht mit ihnen mit. Man hat das Gefühl, die Autorin wollte einen Roman über eine Frau, die im 19. Jh. gerne Wissenschaftlerin werden will, schreiben, nicht aber vordergründig einen Liebesroman.

 

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Lynn Kurland: The Very Thought Of You
Originalausgabe: Jove Books 1998 (416 Seiten) ISBN:0-515-12261-0
Fortsetzung von "A Dance Through Time"

1998, Schottland:
"The horse scrunched up his nose, tossed his head in obvious discomfort, and then sneezed."
Für Alexander Smith bringt dieser Tag nichts Gutes. Nicht nur das sein jüngerer Bruder beim Duschen das ganze warme Wasser verbraucht, alle auch nur halbwegs genießbaren Lebensmittel selbst gefuttert und ein Date mit der Frau hat, der Alex den Hof machen will, NEIN, sein Pferd muss auch noch eine Erkältung haben, so dass es ihn von oben bis unten vollniest und sein ehemaliger Arbeitgeber, dem er vor acht Monaten "auf nie mehr Wiedersehen" gesagt hat, muss ihn mit einem unwillkommenen Anruf belästigen. Das ist einfach zu viel!
Genervt entschließt er sich zu einem Urlaub. Während er im Arbeitszimmer seines Schwagers Jamie nach einem Reiseführer sucht, fällt ihm zufällig eine Karte in die Hände. Mit Zeitreisen bereits vertraut, erkennt er sofort, dass auf der Karte geheimnisvolle Tore eingezeichnet sind, durch die man an einen anderen Ort, in eine andere Zeit reisen kann. Verführt durch die Aussicht vor dem grauen Alltag in das 17. Jahrhundert nach Barbados zu entfliehen, begibt er sich zu dem gekennzeichneten Tor.
Aber auch hier soll er kein Glück haben. Statt an einem Strand zu landen, findet er sich im mittelalterlichen England einem jungen Ritter in voller Rüstung gegenüber, der den "Fremden" töten will. Gestört durch den fröhlichen (aber furchtbar falschen) Gesang einen Herannahenden, zieht sich der Ritter eilig zurück. Kurz darauf wird Alex von Edward von Brackwald aufgegabelt, der ihn zum Anwesen seines Bruders Ralf bringt, wo Alex aus nähster Nähe die Grausamkeiten des Hausherren mitansehen muss. Doch bevor Alex seinen Hut nehmen kann, wird er entführt.
Lady Margaret von Falconberg, eine für ihre Zeit viel zu große, mit Selbstzweifeln belastete, junge Frau, hat den gutaussehenden Mann in der Nacht für Edward gehalten. Als sie ihren Irrtum bemerkt, ist sie hin und hergerissen, zwischen dem Gedanken ihn loszuwerden und dem merkwürdigen Gefühl, das sie durchfährt, wenn Alex sie anschaut. Aber in Margarets Leben haben Gefühle keinen Platz. Seit ihr Vater starb, berwirtschaftet und verteidigt sie ihr Gut allein, wobei Ralf ihr ständig in die Quere kommt. Und nun soll sie diesen verhassten Mann auf königlichen Befehl hin auch noch heiraten!
Mit viel Überredungskunst gelingt es Alex, der in ihr den Ritter, der sein Leben bedrohte, erkennt, ein Stück ihres Vertrauens zu gewinnen. Während sie gemeinsam versuchen gegen Ralf vorzugehen, verlieben sie sich ineinander.
Aber wie kann er Margaret erklären, dass er aus der Zukunft stammt? Und wie soll er ihr nur beichten, dass er zurückkehren muss, wenn er seinen "Auftrag" in ihrer Zeit erfüllt hat?

Humor (Alexs Einstellung zu Lebensmitteln) und Witz (vor allem Margarets merkwürdiger Barde), eine Story, die immer neue Überraschungen parat hat und ein Ende, das man nicht so schnell vorhersehen kann, machen dieses Buch wirklich empfehlenswert. Da kann man auch die gelegentlich störenden "Verweise" auf das vorangegangene Buch übersehen.

Wertung: 4,0
Review von Katja, 20.10.2001

 

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Lynn Kurland: Another Chance to Dream
Originalausgabe: Berkely Books 1998 (418 Seiten) ISBN:
0-425-16514-0

England, Anfang des 13. Jahrhunderts:

Seit der junge Ritter Rhys de Piaget das kleine Mädchen aus einer misslichen Lage im Schweinestall befreit und mutig ihre Ehre wiederhergestellt hat, ist er Lady Gwennelyns Held.
Als sie sich Jahre später wiederbegegnen, gesteht Gwennelyn dem völlig überraschten Rhys ihre Liebe und bittet ihn, ihre Heirat mit dem dümmlichen Alain of Ayre, dem Sohn eines benachbarten Lords zu verhindern, um selbst ihr Ehemann zu werden.
Doch Rhys besitzt weder Land, noch Geld, noch einen angemessenen Titel, um bei Gwens Vater um ihre Hand zu bitten. Außerdem ist er der Enkel eines Spions für die französische Krone, der besonders durch den Ketzertod seines Vaters und die geheimnisvolle Vergangenheit seiner ebenfalls spionierenden Mutter gebrandmarkt ist.
Und so zieht er los, um in der verbleibenden Zeit bis zur Hochzeit genug Geld und Ansehen zu verdienen, um Gwen und ein Stück Land für sich beanspruchen zu können. Aber das Schicksal meint es nicht gut mit den Liebenden und verdammt Rhys dazu, zusehen zu müssen, wie Gwen gezwungen wird, Alain zu heiraten.
Doch der Ritter schwört, dass sie eines Tages ihm gehören wird und so beginnt eine lange Zeit des Kämpfens, Hoffens und Träumens und des Leidens, der Enttäuschung und der Intrigen, die ihre Liebe auf eine harte Probe stellt.
Keine sonderlich herausragende, aber dennoch turbulente Liebesgeschichte über einen starken, jedoch unerfahrenden Helden und eine - manchmal etwas nervige - Heldin. Insgesamt besticht dre Roman durch die witzigen Nebenfiguren und geht das eine oder andere Mal wirklich zu Herzen.

Trotz einiger Längen empfehlenswert!

Wertung: 3,5
Review von Katja, 31.05.02

 

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Lisa Kleypas: Suddenly You
Avon, 374 Seiten, $6.99, Juni 2001

Die unkonventionelle Schriftstellerin Amanda Briars bestellt sich kurzentschlossen einen Mann, der sie am Abend ihres dreißigsten Geburtstages in die Wonnen der Liebe einführen soll. Doch als es an ihrer Tür klingelt, hat sie es sich inzwischen anders überlegt, aber der Mann vor ihr will ihr Nein nicht hören. So lässt sich Amanda von dem gut aussehenden Fremden verführen und erlebt in seinen Armen eine Leidenschaft, wie sie sie nie für möglich gehalten hätte, ohne jedoch entjungfert zu werden. Sie ahnt freilich nicht, dass sie keinen Liebesdiener empfangen hat, sondern Jack Devlin, den berüchtigten Verleger, der rücksichtslos sein ehrgeiziges Ziel verfolgt, das größte Verlagsimperium seiner Zeit aufzubauen. Ihr Entsetzen ist dann auch angemessen groß, als sie ihren Liebhaber auf einer Gesellschaft entdeckt und von seiner wahren Identität erfährt. Jack ist nicht bereit, seine Bekanntschaft mit der fasziniereden Amanda Briars, die so viel versprechend begonnen hatte, einfach aufzugeben. Er will nicht nur mit ihr zusammenarbeiten und eines ihrer älteren Bücher, dessen Rechte er gekauft hat, überarbeiten und als Fortsetzungsroman herausbringen, nein, er will sie auch als Frau an seiner Seite und sein Leben mit ihr verbringen - allerdings steht der Ehe und Familie nach den negativen Erfahrungen seiner Kindheit ablehnend gegenüber. Obwohl Amanda eigentlich nichts mehr mit Jack zu tun haben wollte, kann sie seinen aufregenden Versprechen und seinen leidenschaftlichen Zärtlichkeiten nicht lange widerstehen ...

Wow - da muss man sich Luft zufächeln, denn in diesem Roman geht es zur Sache. Lisa Kleypas hat eine bezaubernde Liebesgeschichte voller Erotik (knapp zehn ausführliche Sexszenen) geschrieben und fesselt mit ihren interessanten Charakteren ihre Leser bis zur letzten Seite. Ein absolut lesenswertes Buch.

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Linda Turner: Never Been Kissed
Slihouette Initmate Moments 1051, 250 Seiten, $4.50, Januar 2001

Der Herzspezialist Dr. Reilly Jones ist völlig am Boden zerstört, als seine geliebte Frau bei einem tragischen Unfall stirbt. Aber schließlich rafft er sich auf, verlässt Los Angeles und steigt als Partner bei dem liebenswürdigen Landarzt Dr. Michaels ein. Doch er will keinen Kontakt zu anderen und begegnet allen, die sich ihm freundschaftlich nähern grob unhöflich. Leidtragende ist auch die unauffällige 37jährige Krankenschwester Janey McBride, die sich schwört, dem neuen Arzt künftig nur noch die kalte Schulter zu zeigen. Doch dieser Entschluss gerät bald schon ins Wanken, je näher sie Dr. Jones bei der gemeinsamen Arbeit im Krankenhaus kennen lernt. Denn sie spürt die tiefe Traurigkeit in ihm und würde ihm liebend gerne helfen, wieder Freude am Leben zu finden ...

Ein ganz netter Liebesroman aus dem Ärztemilieu, der jedoch nicht zu überzeugen vermag.

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Deborah Smith: A Place To Call Home
Bantam, 414 Seiten, $6.50, August 1997

Seit ihrer Kindheit liebt Claire Maloney den Außenseiter Roan, ein Junge, der von seinem Vater misshandelt wird und unter denkbar schlechten Umständen aufwachsen muss. Einzig Claire, Tochter aus gutem Hause, hält seit sie ein kleines Mädchen war unerschütterlich zu ihm. Schließlich kann sie sogar ihre Eltern davon überzeugen, dem Jungen auf ihrer Farm ein Zuhause zu bieten. Doch dann geschieht etwas Entsetzliches, und Roan und Claire werden getrennt. Jahre, ja Jahrzehnte vergehen, aber schließlich taucht Roan wieder in Claires Leben auf und macht sich daran, sie endlich für sich zu gewinnen - doch er muss erst wieder lernen, zu vertrauen. Und Claire möchte wirklich gerne wissen, wo er die ganze Zeit gesteckt hat und warum er sich nicht schon vorher bei ihr gemeldet hat ...

Eine sehr amerikanische Geschichte, die insgesamt von der Story her ewas dünn ist. Nur der Erzählleidenschaft (Übelwollende würden hier vielleicht sogar von weitschweifigem Geschwafel reden) der Autorin ist es zu verdanken, 414 Seiten - übrigens in der 1. Person Sg. aus Sicht der Heldin geschrieben - zu füllen. Dabei ist die Geschichte gar nicht schlecht, aber eben einfach ein bisschen dick aufgetragen. Durchaus ergreifende Momente und ein paar genial witzige Szenen runden das ganze ab, aber ein richtig guter Romance ist das leider nicht. Schade, ich hatte mir mehr von der in ihrer Heimat so gefeierten Autorin versprochen.

 

 

Trish Jensen: Stuck With You
Love Spell, 360 Seiten, $5.99, September 2001

Die Steuer-Anwältin Paige Hart kann ihr Pech kaum fassen - sie muss ausgerechnet mit Ross Bennett das einzig verfügbare Quarantäne-Zimmer im Krankenhaus teilen, nachdem in der ganzen Stadt nach einer Bombenexplosion die Krankhäuser überfüllt sind. Zwar ist sie weder bei der Explosion in dem Gerichtsgebäude ernsthaft verletzt worden, noch bei dem Unfall, den ihr Krankenwagen auf dem Weg ins Krankenhaus hatte, aber leider sind bei diesem Unfall Viren freigesetzt worden, die eine seltsame Wirkung haben - lustfördernd, um genau zu sein. Das kann auch der einzige Grund dafür sein, warum sich die streitbare Schöne immer wieder dabei ertappt, die männliche Erscheinung dieses Wiesels von Rechtsverdreher bewundernd oder - sogar noch schlimmer - verlangend zu betrachten. Denn eigentlich hat sie für Scheidungsanwälte, zu denen Ross nun einmal gehört, nichts als Verachtung übrig, zumal dieses Exemplar hier auch noch ausgerechnet ihr Gegner in der Scheidung ihrer Cousine ist, die sie aus Gefälligkeit vertritt. Auch Ross kann seine Würdigung der sexy Figur seiner scharfzüngigen Gegnerin im Gerichtssaal nur mit einer Infizierung erklären. Während sie sich damit abfinden, bis auf weiteres die Quarantäne-Station mit einander zu teilen, sind sie fest entschlossen, dem immer stärker werdenden gegenseitigen Verlangen nicht nachzugeben - doch es kommt, wie es kommen muss ...

Ein wirklich netter, überaus witziger und spritziger Liebesroman aus dem Anwaltsmilieu, in dem gekonnt und auf originelle Art und Weise die kleinen Eigenheiten eines ganzen Berufsstandes auf die Schippe genommen werden. Dazu nehme man noch eine gut erzählte Liebesgeschichte und eine ganze Reihe sympathischer Nebencharaktere - und fertig ist ein amüsantes Lesevergnügen für trübe und nicht so trübe Tage. Selten hat mir ein Buch solchen Spaß gemacht - auf dass dieser Roman auch einem deutschen Verlag auffallen möge!

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Beverly Brandt: True North
St. Martin's, 327 Seiten, $6.50, Januar 2002

Workaholic Claire Brown erlebt einen Tag wie aus der Hölle - erst verpasst sie trotz sorgfältigster Zeitplanung beinahe den Flug, der sie und ihren Verlobten Bryan ins romantische Wochenende in dem rustikal-exklusiven Hotel in Colorado bringen soll, wo die beiden sich endlich einmal ein wenig von ihrem stressigen Alltag erholen wollen. Und dann muss sie auch noch feststellen, dass Bryan sie kurzerhand abserviert und ihren Platz schon ihre Nachfolgerin eingenommen hat. So kommt es, dass Claire schließlich quasi obdachlos vor der Rezeption des ausgebuchten Hotels steht, während ihre exklusive Suite sich ihr Ex-Verlobter mit seiner neuen Liebe teilt. Hotelbesitzer John McBride erbarmt sich ihrer schließlich und lässt sie in einem Nebenraum, einer besseren Abstellkammer, übernachten. Doch er ahnt nicht, was er damit begonnen hat, denn schon bald raubt ihm die zierliche, aber beinahe krankhaft tatkräftige Claire den letzten Nerv, während sie von einer Katastrophe in die nächste stolpert. Verrücktheit muss ansteckend sein, denn anstatt sich mit Grausen zu wenden, findet er seinen lästigen Gast immer anziehender ...

So lustig wie die Story klingt, ist der Roman beileibe nicht - ein eher unterdurchschnittliches Werk, das am Ende in eine üble Räuberpistole ausartet. Der stolze Preis von $ 6.50 ist in anderen Büchern sicher besser angelegt.

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Glenna McReynolds: River of Eden
Bantam Books, 342 Seiten, $6.50, 2002

Besessen von dem Gedanken, noch einmal die Stelle aufzusuchen, an der sie eine bis dahin unbekannte Orchideenart entdeckt hat, kehrt die als Amazon Annie verschrieene Wissenschaftlerin nach Südamerika zurück. Und das obwohl sie hier Schreckliches in der Gewalt eines machtbesessenen Irren, der sich sein eigenes Dschungelreich aufbauen will, erleben musste. Der Einzige, der sie den Amazonas hinauffahren kann und will, ist der als leicht verrückt geltende Abenteurer Will Sanchez Travers , einst selbst Wissenschaftle und dann einige Zeit im Dschungel verschollen. Seitdem verfolgt er andere als wissenschaftliche Ziele. Schon bald geraten die beiden von einer haarsträubenden Gefahr in die nächste, sodass ihnen schließlich nichts anderes übrig bleibt, als einander zu vertrauen, wollen sie überleben. Denn außer Annie ist auch noch der Mann an der einzigartigen Pflanze und ihrer Finderin interessiert, der sie einst in seiner Gewalt hatte ...

Die Autorin beschreibt fesselnd und eindrucksvoll die Liebesgeschichte zwischen der Wissenschaftlerin Annie und dem Abenteurer Will, die erst mächtige Feinde überwinden müssen, bevor ein Happy End auf sie wartet. Im Großen und Ganzen ist der Roman gelungen, nur gehen manchmal, besonders am Schluss, die Pferde mit der Autorin durch - ansonsten aber durchaus empehlenswert.

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Raye Morgan: A Little Moonlightning
Silhouette Romance, 184 Seiten, $3,99, Juni 2002

Amy Pendleton liebt schon seit langem heimlich ihren Chef Carter James - doch der scheint sie nur als die perfekte Assistentin wahrzunehmen und nicht als begehrenswerte Frau. Und dabei hat sie alles versucht: tiefe Ausschnitte, kurze Röcke und eine neue Frisur - alles ohne Erfolg. Völlig frustriert beschließt sie, ihr Leben neu zu gestalten, sich einen netten Mann zu suchen und Carter zu vergessen. Doch der weigert sich, ihre Kündigung ernst zu nehmen, schließlich kann und will er sich einen Tag ohne Amy gar nicht erst vorstellen, geschweige denn erleben. Dann aber wird Amys Schwester in einem Unfall schwer verletzt, sodass nun die Sorge um ihre drei kleinen Kinder allein auf Amys unerfahrenen Schultern ruht. An Arbeiten ist nicht zu denken, was schon bald in Carters Büro zum Chaos führt. Ihm bleibt in seiner Verzweiflung nichts anderes übrig, als seine Zelte bei Amy aufzuschlagen und ihr die Kinder abzunehmen, damit sie das Nötigste erledigt. Zu Amys Erstaunen entpuppt sich Carter als überaus talentiert im Umgang mit den beiden Kleinen, doch scheint er kein Interesse daran zu haben, mit ihr eine Familie zu gründen - oder vielleicht doch?

Eine klassische Liebesgeschichte im Silhouette-Format, aber trotz kleiner Kinder nicht kitschig oder in irgendeiner Weise angestaubt - wirklich nette Erholungslektüre für zwischendurch!

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Darlene Gardener: The Misconception
Love Spell, 307 Seiten, $5.99, Mai 2002

Die Biologie-Professorin Dr. Marietta Dalrymple möchte gerne ein Kind - da ihr aber der passende Kandidat für die Rolle des Vaters fehlt, beschließt sie, ihr Problem auf ungewöhnliche Weise zu lösen. Im Internet sucht sie sich einen geeigneten Vertreter des anderen Geschlechtes, mit dem sie sich im Hotelzimmer verabredet, damit er sie schwängert. Für den Verzicht auf sämtliche Rechte als Vater erhält der Samenspender eine stattliche Summe Geld. So weit, so gut. Was Marietta nicht wissen kann, ist, dass ihr Auserwählter, der schüchterne und eher schmächtige Harold, der das versprochene Geld für ein neues Teleskop braucht, plötzlich Angst vor der eigenen Courage bekommen hat und an seiner Stelle den attraktiven Jax, einen ehemaligen Schulfreund, den er zufällig auf dem Fluzghafen getroffen hat, schickt. Jax wiederum ahnt nicht, wozu genau Harold sich mit seiner Internet-Bekannten verabredet hat, aber da er sie nicht einfach vergeblich auf Harold warten lassen will, erklärt er sich bereit, ihn zu entschuldigen. Doch die Frau, die ihn am Flughafen von Washington, D.C. empfängt, ist ganz anders, als er es erwartet hätte. Zwar trägt sie die unmodischste und undkleidsamste Kleidung, die er je an einer Frau gesehen hat, aber dennoch haut es ihn praktisch um, so verführerisch und sexy scheint sie ihm. So kommt es, dass er ihr willig auf das Hotelzimmer folgt, keine nähere Erklärung abgibt, warum er lieber Jax als Harold genannt werden will und sich schließlich von ihr verführen lässt. Von dem unglaublichen Erlebnis erschüttert, verlässt er sie nur widerstrebend, doch er hat eine wichtige geschäftliche Verabredung. Als er davon zurückkehrt, ist die Frau, die er nur als Rhea kennt, wie vom Erdboden verschluckt, verschwunden, als hätte es sie nie gegeben, allein ein Umschlag mit Geld und den Worten "Für geleistete Dienste" bleibt ihm. Völlig frustriert muss Jax schließlich die Suche aufgeben. Als Harold dann jedoch nach ein paar Wochen den für den Erfolgsfall vereinbarten Bonus erhält, beschließt er verwundert, Jax zu kontaktieren. Erst jetzt erfährt Jax, was eigentlich Sache ist, und da er entschlossen ist, die Verantwortung für sein Kind zu übernehmen, spürt er mit Hilfe eines Privatdetektivs Rhea alias Dr. Marietta Dalrymple auf. Die ist wenig begeistert von Jax' Auftauchen, muss aber schon bald erkennen, dass sie seiner Hartnäckigkeit und seinem Charme kaum gewachsen ist ...

Ein witziger, gut geschriebener Roman voller Überraschungen, der trotz des wenig originellen Plots ausgetretene Pfade meidet. Herausgekommen ist dabei eine gelungene Liebeskomödie, die zu lesen einfach Spaß macht.

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Kathleen O'Reilly: Just Kiss Me
Harlequin, 218 Seiten, $4.25, August 2002

Die erfolgreiche und ehrgeizige Anwältin Amanda findet den Flugzeugmechaniker Joe überaus sexy, doch sein älterer Bruder, ein angesehener Schönheitschirurg, ist es, der ihr den Hof macht. Leider will der ein Nein nicht akzeptieren und ist davon überzeugt, dass er sie nur hartnäckig genug umwerben muss, um sie umzustimmen. In ihrer Verzweiflung beschließt sie, vorzugeben, sich in den nichtsahnenden Joe verliebt und mit ihm eine Affäre begonnen zu haben. Der spielt jedoch nur widerwillig mit, denn auch wenn er Amanda für verteufelt verführerisch hält, meint er doch als ewig Zweiter hinter seinem Bruder einfach nicht zu ihr zu passen. Aber so leicht lässt sich Amanda nicht entmutigen; wenn sie erst einmal einen bestimmten Kurs eingeschlagen hat, hält sie so leicht nichts auf. Und so hat auch der arme Joe im Grunde genommen nie eine echte Chance gehabt ...

Eine unterhaltsame Geschichte von einer Autorin, die die meisten üblichen Klischees erfreulicherweise links liegen lässt. Sehr gelungen!

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© by Ute-Christine Geiler, M.A.
letztes Update 18.06.03 22:35:56